DISTRICT 9 Trailer - Filmkritik
| 15 Jan, 2010 | TAG FILM|Ich habe jetzt DISTRICT 9 endlich sehen können und der Film ist gut, kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber gut. Es ist ein solider Film, der 1 zu 1 nach Drehbuchregeln gemacht wurde. Da der Film in diesen Dokumentationsstil gedreht wurde, lenkt das von diesen Drehbuchregeln ab und wirkt für viele Zuschauer als originell und erfrischend. Aber es ist das typische bekannte Hollywoodschema "the heroes journey": Protagonist (Antiheld, egoistischer und karrieregeiler Typ, das ist sein persönlicher Konflikt, welchen er im Laufe des Films überwinden muss) wird durch Flüssigkeit (Mentors Gift) aus seiner normalen Welt gerissen (Ende erster Akt). Daraufhin trifft er auf seine Gefährten und gemeinsam machen sie sich auf die Suche, dabei überwinden alle ihre Ängst und Konflikte (Schatten). Am Ende erreicht der Protagonist sein Ziel und überwindet seine persönlichen Probleme: Egoismus, Karriere und Angst - er wird zu einen guten Menschen, erreicht sein höheres Selbst und opfert sich für Gerechtigkeit, Familie und Freundschaft etc. etc. etc.
Die Charakterisierung und die schauspielerische Leistung des Protagonisten (unbekannter Schauspieler Sharlto Copley, der mit DISTRICT 9 wohl seinen internationalen Durchbruch hat. Er wird im neuen A-TEAM Film den Murdock spielen.) ist wirklich klasse, aber leider hat sich der Drehbuchautor nur auf diese Figur des Films so richtig konzentriert, alle anderen Charaktere des Films sind Stereotypen und wirken sehr langweilig. Das Problem dabei ist, die Unterschiede zwischen Protagonisten und den anderen Filmfiguren sind zu groß. Das ist so als würde Johnny Depp bei GUTE ZEITEN SCHLECHTE ZEITEN seine beste schauspielerische Leistung zeigen. Es würde absolut Fehl am Platze wirken und die anderen Schauspieler würden einfach untergehen. Da hätte sich der Drehbuchautor und Regisseur Neill Blomkamp etwas mehr Mühe geben können.
Das Ende war so Hollywoodmäßig, dass es richtig schlimm war. Held opfert sich, rettet sich und der Bösewicht wird getötet. Ein besseres Ende wäre gewesen: der Protagonist wird am Ende gestellt und der Bösewicht nimmt ihn gefangen. Die Ausserirdischen können sich retten aber die dagebliebenen Aliens werden jetzt noch schlimmer behandelt. Das wäre realistischer gewesen und hätte zum Rest des Films gepasst.
Einige Logikfehler waren im Film auch zu finden, besonders dieser: warum zum Teufel haben sich die Aliens nicht einfach ihre Waffen geschnappt und sich gegen die Menschen gewehrt? Sie sind körperlich den Menschen weit überlegen und haben bessere Waffen, die nur sie benutzen können. Jetzt wird einer sagen: aber das waren friedliche Wesen etc. - und ich stelle die Gegenfrage: wieso haben sie dann soviele und so tötliche Waffen auf die Erde mitgebracht? Dieser Logikfehler wird am Ende sehr deutlich. Die ganze Zeit wehren sich die Aliens nicht richtig, doch dann am Ende kommen sie von allen Seiten und töten den Bösewicht einfach so.
Mein Urteil: Top - Ein guter Sci Fi Film, trotz Drehbuchlangeweile und Logikfehler. Die übersieht man durch die Art wie der Film gedreht wurde, durch die Special Effects und die schauspielerische Leistung des Protagonisten. Film gehört in jede gute SCI FI Sammlung und sollte jeder mal gesehen haben.
District 9 erscheint am 11. März 2010 als Kauf DvD und BluRay. Vorbestellungen bei Amazon möglich.
Highlight des Films: die schauspielerisches Leistung des Schauspielers Sharlto Copley und seine Charakterisierung. Die Kritik an unsere Gesellschaft, wie der Mensch durch Ehrgeiz, Karrieregeilheit und Erfolgswünsche blind wird und zum Instrument einer gewinn- und machtorientierten Gesellschaft wird. Und natürlich die Problematik des Rassismus und der Armut dieser Welt.
Wunderschöne Szene, wo das Alien verspricht in drei Jahren zurückzukehren. Diese kurze Szene hat den Charakter des Aliens wunderschön und stark hervorgehoben. Wie ein Licht in der Dunkelheit, denn überall waren diese Killersoldaten und die Gangster (sogar der Protagonist mit seinen überwundenen Egoismus), die total selbstsüchtig, machtgierig und einfach böse waren; und daneben dieses Alien mit seinen kleinen Sohn, der die Werte von Familie, Liebe und Freundschaft in sich trug.
Die bewusst unbeantwortete Frage, warum die Aliens auf die Erde gelandet sind, ist auch ein kleines Highlight des Films. Angeblich sollen sie heimatlose Flüchtlinge sein, aber wieso sagt das Alien sie fliegen zurück zum Heimatplaneten mit den sieben Monden, um in drei Jahren mit Verstärkung zu kommen... wieder ein Logikfehler, oder bewusste Irreführung des Drehbuchautors? Wir werden sehen, denn ein zweiter Teil wird ins Kino kommen, aber vielleicht wäre eine TV Serie besser, weil man so mehr Raum hätte, um die Charaktere auszuarbeiten.
Schwachpunkt des Films: das Ende, zu Hollywoodmäßig, der Bösewicht hätte überleben sollen und den Protagonisten in Gefangenschaft führen sollen. Die Aliens in diesen Käferdesigns waren auch nicht so der Renner, aber besser als die AVATAR Aliens.
Für FANS von: E.T., Planet der Affen, V - Die Besucher, King Kong











Aber diese Logik Fehler haste überall Millus!
HAtte den Streifen irgendwann im Kino gesehen und muss ehrlich sagen - dass ich Ihn Top fand. Wie Du sachst. . jetzt kein Meilenstein - aber waren zwei amüsante Stunden im Kino!
geschrieben von Seba am 15 Jan 2010, 22:13