Der ekelhafte Michael Jackson Hype
| 28 Jun, 2009 | TAG INTERNET, CHECKER|Um einen Menschen zu trauern, das ist völlig in Ordnung, aber wie die Medien, Geschäftsleute, Politiker, Künstler, religöse Fanatiker etc. sich gerade am Tod des Michael Jacksons bereichern ist so ekelhaft. Sowas hab ich noch nie erlebt und es ist schon ziemlich unmenschlich. Nachdem man gesehen hat wieviele Menschen sich für den Tod des Michael Jackson interessieren und Google fast zum Einsturz brachten, haben fleißige Geschäftsleute sofort reagiert und die ganze Geldmaschine in Minuten in Gang gesetzt. Diese Geschäftsleute rechtfertigen sich mit den Aussagen "Ist ja alles Showbuisness." "Damit retten wir unsere Zeitung und vielleicht eine Menge Arbeitsplätze..." etc., doch ist das richtig? Alle reden über Michael Jackson und benutzen ihn, um ihre Ideen und Glauben zu rechtfertigen. Auch ich ertappe mich, wie ich es hier gerade tue, eigentlich wollte ich nichts mehr über Michael Jacksons Tod schreiben, aber es hat mir zu sehr in den Fingern gejuckt und ich bitte deswegen um Entschuldigung...
Der ganze Geschäftssinn der Geldmacher wird noch durch die Tatsache bestärkt, dass sich Millionen Menschen sich auf Michael Jackson Platten und Produkte stürzen und diese im Moment kaufen. Warum tun sie das? Sogar Menschen, die keine Fans von Michael Jackson waren, sind bestürzt, trauern und kaufen irgendein MJ Zeug. Ärzte sagen, dass ist eine Art, um mit der Trauer umzugehen. Für viele Menschen war Michael Jackson ein Symbol ihrer Kindheit und Jugend, und jetzt ist er gestorben und ein Teil ihrer Kindheit mit ihm. Der Tod des Michael Jacksons hat die Menschen weltweit geschockt, und sie haben es gebraucht. Denn nach all den Kriegen, der Wirtschaftskrise, Schweinegrippe, nach all den schrecklichen Dingen haben die Menschen einen Auslöser gebraucht, um ihre Angst und Hilflosigkeit zum Ausdruck zu bringen. Michael Jacksons Tod war wie ein Höhepunkt des Absturz dieser Gesellschaft...
Alle fragen sich im Moment, wie ist Michael Jackson gestorben, wer ist schuld?
Schuld ist diese Gesellschaft, mit all ihrem Rassismus, mit all der Gier nach Ruhm und Geld... diese Gesellschaft hat sich diesen Jungen schon als Baby geschnappt und wie ein Tier gehetzt. Das Talent aus jeder Pore rausgequetscht, um noch reicher und berühmter zu werden. Michael Jackson ist das personifizierte Abbild unser Gesellschaft und unserer Herzen. So sind wir geworden, so ist unsere Welt. Wie er, wird auch diese Gesellschaft Stück für Stück zerfallen und am Ende wird alles nur noch durch Schmerzmittel zu ertragen sein, bis der Tod wie eine Erlösung erscheint... Michael Jackson, seine Person, sein Lebensweg, sein Ende ist vielleicht eine der letzten Warnungen.
Und bitte, anstatt 10-20 Euro für irgendeine Platte von Michael Jackson auszugeben, spendet lieber eurer Geld an eine Hilfsorganisation. Auf dieser Welt sterben jeden Tag zig Menschen, Frauen, Männer, Kinder an Hunger, Krankheit und Gewalt. Und niemand schreibt darüber, niemand berichtet darüber, niemand kümmert es, dass ein kleines Mädchen gerade wie Müll an einem Straßenrand verhungert. Aber wer will schon das Leid sehen, wer will schon daran erinnert werden, dass wir für alle Menschen und für diesen Planeten evrantwortlich sind. Die 10 Euro haben diese armen und leidenden Menschen viel nötiger als irgendeine Plattenfirma, Zeitung oder TV Sender.
Selbst nach seinem Tod nutzen ihn die Medien und Geldmacher aus und quetschen noch den letzten Tropfen aus ihm herraus, um noch mehr Geld zu verdienen. Seid stolz, feiert euch mit Preisen und Awards. Bejubelt eure Auflagen und Einschaltquoten. Esst weiter in teuren Restaurants und fahrt euren dicken Schlitten... irgendwann müssen wir alle die Rechnung bezahlen.
AUTOR Miguel E. Riveros Silva (Millus) ist Illustrator, Comiczeichner und Autor. Für Kunden wie Endemol, Bayer AG, SpickMich, Unicum, RTL Nord, Sony, T-Online, Juuuport, 3P, Speicherbauer u.v.m. hat er schon den Stift geschwungen. Auf MILLUS.ORG bloggt er über Filme, Musik und Comics. Er testet Produkte und dreht manchmal dazu YouTube Videos. Ebenfalls gibt er Einblicke in seine Arbeit und Reisen. (mehr)






