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8 Kommentare und 0 Trackbacks zu "BESCHEIDENHEIT und wahre Freunde"


    Ich

    Nun, das Problem von Leuten, die nach "echter" Anerkennung streben, ist, dass "echte Anerkennung" heute fast nur noch mit Geld oder tollen Auszeichnungen gleichzusetzen ist. Wir leben nunmal leider extrem in den Jahren von "Geiz ist geil".

    Schau allein ins Comicforum: "Ey, ich geb dir 5€ für dein Bild, aber dafür will ich dann sämtliche Nutzungsrechte, ok?"
    Die, die auf soetwas eingehen, sind meistens Zeichner, denen sonst niemand etwas gibt außer ein bisschen Lob nach dem Motto: "Gut gemacht. Voll toll." Und dann?
    Das Bild ist im Nu aus den Köpfen der Personen verschwunden.
    Aber wenn jemand ordentlich geblecht hat dafür, es den Geldbeutel richtig schmerzt, dann wird das Bild (und damit der Künstler) nicht so schnell wieder vergessen sein.

    Mit Lob kann man um sich werfen, mit Geld in der Regel nicht. Es ist deshalb auch "toller" bei einem Großverlag zu sein, bei dem die meisten abblitzen, als bei einem zwielichtigen Verlag, bei dem es keine Kohle gibt, dafür aber Unmengen von Zeichnern, zwischen denen man einfach untergeht.

    Der Druck als Freischaffender ist natürlich wesentlich größer als bei einem Angestellten, der jeden morgen um 8 auf der Matte steht und genau weiß, dass er am Ende eines jeden Monats für das, was er gleich tun wird, soundsoviel Geld bekommt.

    Bei einem Künstler ist es so: Man muss ständig im Gespräch bleiben, sonst ist man schneller vergessen als man gucken kann.

    Ich kenne das von mir selbst. Damals, als ich noch aktiver auf Animexx war, kannten mich eine ein paar Leute, die ich nicht kannte. Heute kennen mich nur noch die, mit denen ich mal zutun hatte; wobei ich mich an einige gar nicht mehr erinnere. :(
    Und wenn ich heute ein Bild hochlade, darf ich mich über ein bis zwei Kommentare freuen; wenn überhaupt.

    Was ist da erstrebenswert? Etwa ein Bild gemacht zu haben für dass sich keine Sau interessiert?
    Sicherlich nicht. Da investiere ich meine Zeit lieber in andere Dinge, die mir entweder Freude machen oder Geld einbringen. Und wenn ich weiß, dass ich genug Kohle für mich (und meine Familie) zusammengetrommelt habe, dann bin ich für einen kurzen Augenblick zufrieden... nur um im Anschluss wieder darüber nachzudenken, ob es das nächste Mal auch wieder so gut klappt mit dem Geldranschaufeln.

    Glück und Anerkennung manifestiert sich bei mir primär in Geldfragen, da heutzutage alles Geld kostet. Wenn man genug davon hat, kann man sich dem "Leben" widmen und ganz bei seiner Familie, seinem Partner, seinen Freunden sein.

    geschrieben von Ich am 31 Okt 2008, 12:31
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    witzlos

    klasse text:)
    du bist echt ein lieber mensch:)

    geschrieben von witzlos am 31 Okt 2008, 17:05
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    MILLUS

    Die wichtigen Dinge im Leben kannst du aber zum Glück immer noch nicht mit Geld kaufen oder bekommen.
    Aber du hast Glück, wenn dein Wohlbefinden von Geld abhängt. Dann brauchst du irgendwann nur einen Millionär zu heiraten und du bist glücklich. :)

    Deine Denkweise ist genau die Denkweise, die sich leider überall in dieser Gesellschaft ausbreitet. Und persönlich finde ich diese Denkweise und dieses Wertesystem sehr traurig.
    Die ersten Zeichnungen und Bilder von Picasso etc. dafür hat sich auch kein Schwein am Anfang interessiert, aber heute bezahlen die Leute Millionen dafür.
    Und bei einem Künstler ist es nicht so, das er im Gespräch bleiben muss, um Zufriedenheit und Respekt zu finden.
    Es ist sein Charakter was sein Schicksal bestimmt.

    Aber eines Tages wird sich diese Welt ändern. Und das Gute über das Böse siegen...

    @witzlos
    danke dir

    geschrieben von MILLUS am 31 Okt 2008, 22:07
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    Ich (mal wieder am diskutieren)

    Du bist und bleibst ein Optimist. :)

    Picasso hatte nur Glück, dass er "entdeckt" wurde. Wenn nur jeder Künstler so viel Glück hätte.
    Ich persönlich weiß seine späteren Werke ja nicht zu schätzen.
    Das Problem ist, dass es Hunderte von Künstlern gibt, die nicht schlechter sind/waren als er, die aber keine Anerkennung abbekommen haben. Sehr ungerecht. So ist aber das Leben.

    Mit der Aussage "im Gespräch bleiben" bezog ich mich nicht auf das Wohlbefinden des Künstlers, sondern auf die Wertschätzung der Bilder durch potentielle Käufer! Ein (freischaffender) Künstler ist nunmal in den allerallermeisten Fällen auch ein Unternehmer, sofern er seinen Lebensunterhalt nicht anders bestreitet, einen Geldgeber hat oder ihm die Aufträge einfach nur so zufliegen.

    Was nützt ihm all seine Kreativität, sein Optimismus, wenn er keine Möglichkeit hat, überhaupt erst zu "schaffen"? Material kostet in der Regel Geld. Ein "Atelier" auch. Nur um von den "Werbekosten" zu sprechen.

    geschrieben von Ich (mal wieder am diskutieren) am 01 Nov 2008, 00:06
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    Millus

    Picasso, Michelangelo, Klimt, Van Gogh etc.
    die unterscheiden sich schon sehr stark von anderen Künstlern und von der großen Masse, sie sind wirklich einmalig, deswegen sind sie auch so wegen ihrer Arbeit respektiert. Sie sind wirklich deswegen einmalig, weil sie einmaliges geschafft hat. So wie Quentin Tarantino, als einziger nach Orson Welles es geschafft hat eine ganz neue Filmerzählstruktur zu entwickeln, wie sie vorher keiner gemacht hat. Es gibt tausende Filmemacher etc. aber nur Leute wie Orson Welles haben z.B. einmaliges erschaffen und sind deswegen so bekannt.

    Ein Künstler findet immer eine Möglichkeit zu schaffen. Der Drang der Kreativität hält nur der Tod auf. Die Kreativität findet immer einen Weg. Das sind auch die feinen Dinge, die einen echten Künstler von den anderen Pseudokünstlern unterscheidet.
    Van Gogh, Beethoven etc. die hatten auch nichts und weniger als das und haben trotzdem weitergemacht.
    Es gibt Künstler im Gefängnis, die malen mit ihren Blut an Wänden oder kratzen Bilder in Steine.

    Wenn man sich auf Geld einlässt und der Macht des Geldes einlässt, wird man zum Sklaven des Geldes. Und schau dir die Welt an, die Welt ist ein Sklave des Geldes geworden. Wie sagen die Menschen so schön: Geld regiert die Welt.
    Ich habe selten Geld oder weniger als Nichts, und durch meinen Charakter habe ich mir Respekt und Liebe bei den Menschen verdient, so dass mir nie wirklich etwas fehlt was man mit Geld kaufen kann.

    Also, ich möchte kein Sklave des Geldes sein und mich an einem teuren Iphone erfreuen. Ich möchte mich lieber an einen wunderschönen Sonnenuntergang erfreuen, an einem herrlichen Kuss der Dame, die ich liebe... an einem Lächeln eines Kindes, das man durch eine lustige Grimasse zum lachen bringt. Für solche Dinge lebe ich.

    geschrieben von Millus am 01 Nov 2008, 00:40
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    s

    Ist Ehrgeiz denn etwas schlimmes? Man kann sich sowohl über eine professionelle Beurteilung freuen als auch das Lob einer Freundin.

    Der Schaffensprozess spielt nur noch eine nebensächliche Rolle...

    Seit wann? Der ist doch essentiell bei allem was wir erschaffen. Das ein großteil der Konsumenten davon nichts mitbekommt ist klar.

    Es ist toll und hübsch dass du so noble Ansichten hast. Aber Leuten die Geld verdienen (bzw. anerkennung für ihr Schaffen haben) wollen, mehr oder weniger unterschwellig, daraus einen Strick zu drehen halte nicht für richtig.

    Man kann auch genug verdienen und dennoch glücklich sein und das Künstler sein sowie die Familie lieben ( die man ja meistens auch ernähren muss). Und ich habe bisher niemanden von den besser verdienenden ( Zeichnern ) getroffen dem es nicht so ging. Und du glaubst nicht wie bescheiden viele dabei geblieben sind ;)
    Warum meinst haben soviele Zeichner noch private Fansites unter anderem Namen? Warum werden Dojinshi (fancomics) gezeichnet, obwohl man da eher draufzahlt als dazu verdient? ( Vorallem können die wirklich böse auf die Schnauze fallen wenn die Copyright halter der Charaktere auf die Idee kommen zu klagen) Warum veröffentlichen berühmte Comic Zeichner und Illustratoren Skizzenbücher und Indimagazine im Eigenverlag auf Conventions, obwohl sie sich doch an ihre Arbeitgeber oder Verlage wenden könnten?
    ( Klar, es ist nicht alles eitel Sonnenschein, aber ich denke du weisst was ich meine)
    Ich selbst pumpe meine Freizeit in Fanart und mag die Kommunikation mit anderen Fans die Feedback geben. Aber soetwas kann ich nicht tun wenn ich jedesmal den Druck im Nacken habe das Geld ins Haus muss.

    Ich will nicht abstreiten, das es Leuts gibt, die sich nur dem Ruhm hinterhehecheln, aber meine Güte, wen interessierts. Manche Erfahrungen macht man nur wenn man einmal so richtig hingefallen ist.

    Und wer sind wir, darüber zu urteilen wer nun nur hinter dem Ruhm und dem Geld her ist oder was erstrebenswert ist und was nicht ?

    Oh natürlich, man kann auch bei McDoof an der Theke stehen und nach der Arbeit zeichnen ... vorausgesetzt man hat nach nem Vollzeit Tag noch die Kraft etwas zu machen ( ich hatte sie damals nicht mehr ;)). Sonderlich glücklich ist man dann nicht, und die Familie kann da nicht immer als Seelentröster einspringen, so oft sehen tut man sie ja dann auch nicht mehr ;) .

    Ich denke es ist OK nach oben zu streben, sowohl bei der zeichnerischen Seite, als auch im Punkto Persönlichkeit u. Lebensunterhalt. Andere glücklich machen kann man nur wenn es einem selbst gut geht, wie man diesem Zustand nun erreicht ist individuell.

    Aber viellelicht hab ich das auch alles nur in den falschen Hals bekommen.
    :)

    Gruß,
    das S.

    geschrieben von s am 01 Nov 2008, 23:15
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    Millus

    Bei jedem Menschen und Künstler ist das anders und das muss respektiert werden.
    Aber am Ende hat man die Wahl entweder für die Kunst zu leben und zu malen, oder für die Medien und das Geld.
    Viele versuchen ein Mittelweg zu finden und darin ihr Glück zu finden. Sie leben nach dem Prinzip der goldenen Mitte, die meisten haben heutzutage auch keine Wahl, denn wie sollen die Künstler ihrer Kunst nachgehen, wenn sie dabei kein Geld verdienen um zu leben und ihr Leben ja von Geld abhängig ist? Keiner kommt zu den Künstler und sagt: "wow, ich gebe dir jeden Monat 10 000 Euro und du malst einfach was du malen willst, hauptsache du bist ungezwungen und frei von den Zwängen der Medien und dieser Gesellschaft etc."

    Es ist ein schwieriges Thema, denn viele denken auch, wenn sie einfach ihrer Kunst nachgehen werden sie kein Geld haben, hungern etc. - das Risiko ist zu hoch und deswegen entscheiden sich viele dem Ruf des Geldes und des Ruhms zu folgen.
    Der andere Punkt, die Medien und die Geldmacher haben sich die besten Künstler zu sich genohmen und haben aus der Kunst einen Kommerz gemacht. Filme, Comics, Games... darin findet sich heutzutage viel Kunst und Meisterwerke und die Kids und Nachwuchszeichner bewundern das und lernen das gleiche zu wollen. Auch darin zu arbeiten und den Kommerz zu bewundern und zu lieben. Sie haben keine andere Alternative mehr.
    Es gibt kaum noch Meister, die sich von den Medien und Geld abgewandt haben und als Vorbild dienen.
    Die meisten Kampfsportler heutzutage wollen keine Shaolin Mönche werden, sondern nur noch Actionstars in Hollywoodproduktionen. Sie wollen nicht mehr in Bescheidenheit leben. Sie wollen lieber in Luxus leben, mit coolen Leuten rumhängen und den Ruhm geniessen.
    Die Welt hat sich verändert. Das Geld regiert und man wird sehr leicht überredet sich dem Geld anzupassen, denn es klingt doch gut und logisch, wenn jemand einem sagt:" hey, du arbeitest 1 Jahr lang an unserer Produktion, bekommst jeden Monat 10 000 Euro. Damit kannst du deiner Familie schöne Dinge kaufen und deinen Kindern eine sichere Zukunft aufbauen, oder dir selber mal was schönes gönnen. Das hast du verdient. Du bist ein großartiger Künstler und du solltest nicht in einem kleinen Zimmer mit Second Hand Möbel hausen... Und die Arbeit wird dir Spaß machen, du wirst mit anderen tollen Künstlern arbeiten, neues lernen können, an einem großartigen Projekt, dass wohl vielen anderen Menschen Arbeit schenken wird. Du wirst die Möglichkeit haben mit den besten Werkzeugen der Welt zu arbeiten...etc.".
    Wer kann da schon Nein sagen? Wer kann darin was Schlechtes erkennen?

    Für mich steht der Schaffensprozeß an erster Stelle. Der Geist des Erschaffens. Die Liebe des Erschaffens. Und das möchte ich persönlich nur noch für das Gute nutzen.

    Es ist ok, danach zu streben ein besserer Mensch und Künstler zu werden. Aber danach zu streben reich und berühmt zu werden, oder nach einer hohen Position in einer Firma, oder nach dem Platz 1 in den Charts.

    Die Medien und das Geld beherrschen in unserer Gesellschaft fast alles, auch die Kunst, aber das sollte sie nicht. Kunst und die Künstler sollten frei sein. Und zum Glück ist die Kunst mächtig, der Geist und die Kraft der Kreativität. Er dringt immer durch und zwingt den Künstler doch nur etwas für sich zu malen, sich gegen alle Verträge und Anweisungen der Firmen und Geldmacher zu widersetzen. Das ist genau das was du damit meinst, dass es Zeichner gibt, die unter anderen Namen Fancomics machen oder einfach das malen, was sie wollen. Und ich verstehe, das du sowas nicht machen kannst mit den Druck und der Angst kein Geld für Wohnung und Nahrung zu haben. In diesen Teufelskreislauf hat das Geld die Menschen gesteckt, deswegen beherrscht das Geld jetzt die Menschen.
    Deswegen sind Menschen zu Sklaven des Geldes geworden und versuchen Positives darin zu sehen, weil sie nicht wahrhaben wollen das es in einer Welt wo das Geld regiert, es keine echte Freiheit gibt.
    Wir sind soweit gekommen, das wir für die Dinge, die uns die Natur schenkt Geld bezahlen müssen. Das wenn wir einfach ein Land überqueren wollen Geld bezahlen müssen, aber das ist ein anderes Thema...

    Umso mehr man den Medien die Kraft und Magie unserer Kreativität und Kunst gibt - abgibt, wenn wir kreative Jobs annehmen und den Wünschen der Auftraggeber folgen - umso mehr geben wir von unserer Freiheit ab. Bis wir eines Tages nur noch Sklaven derer sind, die uns mit Geld füttern. Und dabei setzen sie uns unter Druck, sagen uns wie wir die Sachen malen und zeichnen sollen, sogar, wenn unser Herz es ganz anders sieht - und wenn sie uns nicht mehr brauchen oder besseren oder preiswerteren Ersatz gefunden haben, dann sagen sie einfach BYE BYE. Und plötzlich steht man da ohne Geld und merkt, dass man eigentlich nur ein Werkzeug von anderen geworden ist und die eigenen Ideen und die eigene Vision von Kunst auf der Strecke geblieben ist, denn man hat ja die ganze Zeit nur Bilder für andere gemalt und nach den Vorstellungen anderer.

    Das Talent ist ein Geschenk, etwas was man uns umsonst in die Wiege gelegt hat. Wir tragen dafür die Verantwortung und was wir daraus machen liegt an uns...

    Und Lob ist nicht gleich Lob. Das Lob eines Meisterkünstlers, der aber ein scheiß Charakter hat und für irgendwelche Geldmacher arbeitet, berührt mich kaum, denn für mich zählt zuerst der Charakter und dann irgendwo ganz spät nach vielen anderen Dingen die Fähigkeiten.
    Aber ja, man kann sich natürlich über eine professionelle Beurteilung freuen, wenn man dazu bereit ist sich darüber zu freuen. Das ist jeden selbst überlassen.

    geschrieben von Millus am 02 Nov 2008, 00:44
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    Ernst

    Millus hat's erfasst. Diese Welt ist erkrankt an der Sucht nach Geld. Das führt zu unmenschlichen Verhaltensweisen, die mit dem Pseudo-Argument "So ist das nunmal." als völlig normal abgetan werden.
    So ist das nunmal, damit brauchen wir uns nicht zu befassen...

    geschrieben von Ernst am 18 Nov 2008, 19:32
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