AKTE X Filmkritik und AKTE X Comics
| 30 Jul, 2008 | TAG FILM|AKTE X Jenseits der Wahrheit - ich habe den Film jetzt gesehen und muss als AKTE X und Fox Mulder Fan sagen: es hat gut getan Fox und Scully erneut zu sehen. Der Film war wie eine lange TV Folge. Das Drehbuch eher schlecht als gut. Naja, es war miserabel, wer große Verschwörungen und Ausserirdische erwartet, der sollte auf die DVD warten. Aber Fox und Scully waren im Film (WARNUNG: ab jetzt wird gespoilert) zu sehen, die Beiden sind ein Paar und am Ende taucht auch noch Skinner auf, als die große Rettung. Der Film hat sehr schöne Szenen, die jeden Akte X Fan an die guten alten Tage erinnert. Nostalgie pur und als alter AKTE X Fan ist das ein Genuss ganz besonderer Art.
Der Film wirkt wie ein schlechter Abschied oder ein Prolog für neue große AKTE X Geschichten. Ich vermute die AKTE X Macher wollten testen wieviel Potential AKTE X noch hat, und ob es sich lohnen würde die X Akten wieder zu eröffnen. Ich bete dafür, dass die X Akten wieder eröffnet werden.
Die Handlung des Films ist so schlecht, wie konnte sowas passieren? Ich habe Ausserirdische erwartet, ich habe neue tolle Charaktere erwartet, große und neue Verschwörungen, ich habe große paranormale Phänomen erwartet, aber was kam? Paar Typen, die Menschen Körperteile entnehmen, um sie an einem alten Mann dranzunähen, damit er weiterleben kann. Aber das geilste: was war das Motiv? Warum ist dieser alte Mann so wichtig, dass diese anderen Typen ihn so lange am Leben erhalten? Wo kommen diese ganzen Frankenstein Ärzte her? Nichts wird erklärt... sowas tut wirklich weh.
Und wie das FBI im Film arbeitet, total daneben. Die haben den sogenannten Hellseher kein Mal richtig befragt und ihn kein Mal gebeten, die Männer seiner Visionen zu beschreiben, damit man Phantombilder herstellen kann. Das FBI wurde viel zu hilflos und nett im Film dargestellt. Nach dem 11.September kann man das FBI nicht auf diese Weise darstellen. Es wirkt extrem unglaubwürdig.
Schade ist auch die Tatsache, dass man für Fox Mulder eine neue Synchronstimme besorgen musste, da der alte Synchronsprecher Benjamin Völz viel zu viel Geld verlangte. Das 5fache seiner regulären Gage.
Der ganze Film wirkt so, als würden Filmszenen fehlen.
Fox und Scully haben was viel besseres verdient. Wenn das der letzte Akte X Film war (was ich nicht glaube), dann war es ein absolut schlechter Abgang.
Aber die schönen Szenen des Films besänftigen extrem, denn eigentlich wollten wir doch nur Fox und Scully wiedersehen, wie sie miteinander reden und diskutieren, wie sie flirten, wie Fox Witze macht etc. - es reicht schon sie nur anzusehen. Die könnten einfach Kochrezepte vortragen und man würde es cool finden. Die beiden haben eben diese Magie. Sind eben Charaktere, die man ins Herz geschlossen hat und die man liebt.
Eine wunderschöne Szene des Films ist, wo Skinner den verletzten Fox wie ein Baby im Arm hält, um ihn zu schützen und zu wärmen, damit Fox nicht erfriert. Da erkennt man was für eine starke Vaterrolle Skinner für Mulder hat.
Eine sehr lustige Szene des Films: Fox und Scully warten vor einem FBI Büro und an der Wand hängt ein Foto von Präsident Bush. Als beide auf das Foto blicken erklingt die AKTE X Pfeifmeldodie. Mit kommerzieler Filmkunst ein so direktes politisches Statement zu setzen, das passiert nicht oft in kommerziellen Filmen.
Eine gefährliche Sache hat der Film: irgendwie hat man am Ende des Films das Gefühl, dass der Autor es für richtig hält einen Pädophilen zu vergeben, wenn er Reue zeigt.(siehe Dialog zwischen Scully und Fox am Ende des Films) Jemanden, der mehrmals Kinder missbraucht hat. Sowas kann man doch niemals vergeben. Egal wieviel Reue und Besserung der Schuldige zeigt. Deswegen finde ich dies sehr gefährlich und fehl am Platze. Mich würden echt die Motive des Autors interessieren, warum er das eingebaut hat. Denn man kann leicht etwas falsches über den Autor denken.
Ohne Fox und Scully wäre der Film ein absoluter Flop.
Kameratechnisch und visuell hat der Film schöne Feinheiten, wie z.B. die Raben an der Fahrbahn, als Fox den Verdächtigen im Auto verfolgt. Die Szene im Krankenhaus, wo Scully und Fox diskutieren und getrennte Wege gehen. Wunderschön umgesetzt. Man ließ die Kamera eine kleine Extrazeit auf den Gesichtern der Schauspieler, als sonst im ganzen Film. Der Abstand zwischen Kamera und Gesichter war auch ganz besonders eingerichtet. Nicht zu weit weg und auch nicht so nah dran, aber man fühlte eine unglaubliche Nähe. Man konnte die Gesichter von Fox und Scully richtig studieren und beobachten. Solche Kleinigkeiten erkennen wohl nur Filmemacher und Filmfreaks. Die Kameraleute und die Regisseure lieben es, wenn jemand diese Kleinigkeiten erkennt und schätzt. Man merkt das es Kameratechnisch auf hohen Niveau war, aber leider wirkte es zu oft sehr routiniert.
Wer nicht genug von den paranormalen Fälle der X FILES bekommt, der kann auf die Akte X Comics greifen. In Deutschland sind die Comics vor ca. 10 Jahren erschienen. Eine lange Zeit und mir wird gerade bewußt, wie alt die Serie schon ist. Die deutschen AKTE X Comics sind nur schwer zu finden. Ab und zu findet man sie in Comicläden, auf Comicbörsen oder auf EBAY. Aber dafür haben sie wunderschöne Cover. Wer aber nicht suchen möchte, der kann sich die englischsprachigen Comics besorgen. Ich empfehle die 200 Seiten dicken Sammelbände, denn sie sind im Moment bei Amazon (dank netten Dollar Kurs) schon günstig. Ca. 14 Euro für so ein Comicband ist schon fair. Einige Comicseiten könnt ihr auch auf Amazon betrachten.
Fotos Copyright 20th Fox Pressedienst











