PAULS FERIENJOB
| 17 Jun, 2008 |
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COMIC|
Wissen und Erfahrung kann einen den Spaß verderben. Als Comiczeichner finde ich 99% aller Comics und Mangas, die ich lese schlecht. Wobei viele nicht schlecht sind. Aber ich kann die Sachen noch kaum geniessen, weil ich sie immer analysieren muss und mich kaum ein Werk fesselt. Ich finde es traurig, denn so verderbe ich mir wirklich den Spaß. Aber wenn mich dann ein Comic berührt und fesselt, ist es ein so schönes Gefühl.
Und mir ist das jetzt mit dem autobiografischen Comic PAULS FERIENJOB von Michel Rabagliati passiert. Welch tolles Comic. Normalerweise mach ich immer einen großen Bogen, um autobiografische Comics, denn die meisten Künstler stellen sich meistens als die armen Opfer dar und geben jeden und alles die Schuld. Böse böse Welt... Ein Comic wie BLANKETS, in der ganzen Welt von Presse und Comicleser gefeiert und mit Preise überhäuft, ist eine reine Mitleidstour des Autors. Er stellt seine Verwandschaft, Freunde und Freundin schlecht dar und sich selbst so lieb und perfekt, dass er schon Jesus Konkurrenz machen kann. Die meisten Leute sind darauf reingefallen. Die echten Menschen aus seinen Comic, die erwähnt wurden, sind nicht darauf reingefallen und haben sich richtig beschwert. Dann fanden einige raus, das der Zeichner noch den Stil und vieles aus dem Comic von einem anderen Zeichner "geklaut???" hat... all das wurde unter den Teppich gekehrt, denn die Wahrheit wäre ja nach all den Lobliedern von Presse und Co. peinlich gewesen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Doch zurück zu PAULS FERIENJOB. Hier wird eine Liebesgeschichte erzählt - und so realistisch und menschlich. Am Anfang wusste ich nicht was mich da erwartet und war eher von den ganzen zitierten Lobmeldungen im Comic abgeschreckt. Und dann nach den ersten Seiten wußte ich, dieses Ding ist was ganz besonderes. Manche Dinge darin kann man sich nicht ausdenken, die sind direkt aus dem Leben gegriffen. Jeder, der mal verliebt war und sein Mädchen oder Jungen bekommen hat, kennt diese Gefühle von Sehnsucht und dann von Glück. Es ist wirklich ein himmlisches Gefühl, dass kaum ein Autor oder Zeichner in Worte oder Bilder fassen kann. Aber Michel Rabagliati hat es wirklich geschafft.
Ich zitiere ungern die TIMES, aber diesmal muss es sein:
"Komisch und anrührend zugleich besitzt Michel Rabagliatis PAULS FERIENJOB die Authentizität, die den meisten Unterhaltungsformaten abgeht, nicht zuletzt dem Comic... das Buch erinnert daran, warum wir Literatur lieben..."
- PAULS FERIENJOB von Michel Rabagliati
- ISBN 978 3 935229 58 6
- s/w 156 Seiten
- 17 EURO
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