Vor einigen Wochen konnte ich mir den Film DRIVE vor der deutschen Kinopremiere ansehen. Ich war ziemlich gespannt, denn es gab ja eine Menge Lob und Auszeichnungen für diesen Film. Nach dem Film war ich ziemlich überrascht, denn die Story des Films war eigentlich nichts neues und irgendwie erinnerte mich der Film stark an die TV Serie DEXTER. Die Kameraarbeit war auffällig überdurchschnittlich, doch fangen wir von vorne an.
DRIVE Regisseur Nicolas Winding Refn hat mit Schauspieler Ryan Gosling in der Hauptrolle einen sehr visuellen Film gemacht, darin lag der Schwerpunkt dieser Filmarbeit. Die Story und Charaktere waren typische und klischeehafte Charaktere, die man aus Gangsterfilmen kennt. Eigentlich fast schon 1 zu 1 Kopien von zahlreichen schon bekannten Gangsterfilme. Angeblich wollte der Regisseur mit dieser Tatsache eine Hommage an alle Gangsterfilme der letzten Jahre setzen. Der Protagonist, der Held der Geschichte, ist ein einsamer und schweigsamer Stuntfahrer, der sich in eine verheirate Frau mit Kind verliebt. Von diesen Protagonisten erfahren wir im ganzen Film eigentlich kaum etwas. Während des Films können wir nur erahnen was er für einen gewalttätige und kranken Hintergrund besitzt, aber wir erfahren nichts davon. Am Ende des Films wissen wir eigentlich nichts über den Protagonisten und im Laufe des Films haben wir auch keine Charakterentwicklung des Protagonisten erlebt. Allgemein entwickelt und verändert sich kein Charakter des Films. Alle Charaktere sind am Anfang des Films genauso wie am Ende des Films. Normalerweise würde so ein Drehbuch kaum ein Filmstudio realisieren, denn in einer Geschichte müssen sich Charaktere entwickeln. Die Dramaturgie und die Spannung erzeugt der Regisseur allein durch Gewalt und das fand ich als sehr schwach. Man wird aus den Sitzen geworfen, oder aufgeweckt, um mitzufiebern, wenn Gewalt im Spiel ist und wie aus dem Nichts auftaucht. Selbst die Anfangsverfolgungsjagd nimmt man als Zuschauer eher gelassen entgegen, aber als der erste Schuss im Kino fällt, dann steht man plötzlich aufrecht da.
Das Erstaunliche ist, wir merken das beim ersten Betrachten nicht und das liegt einfach an der unglaublich tollen Kameraarbeit, die den Zuschauer direkt von Anfang an in den Bann zieht. Wunderschöne Kameraeinstellungen und ein Aufbau von Atmosphäre, die man sich immer in Filmen wünscht. Auch hier wurde aus anderen Filmen geklaut. Während des Films kommen einen direkt Filme wie GET CARTER, HEAT, LEON DER PROFI, TRANSPORTER, DER PATE, TAXI DRIVER etc. in den Sinn. Die wunderschöne Fahrstuhlszene aus DRIVE ist eine Mischung aus GET CARTER und ROMEO UND JULIA. Die Anfangszene mit der Autofahrt und seinen Auftragsspruch könnte direkt von TRANSPORTER stammen.
(weiter)